3 Religionen unter 1 Dach – das House-of-One in Berlin

Es heißt, so habe ich von Christlichen Wissenschaftlern aus verschiedenen Zweigkirchen in Deutschland erfahren, dass in Berlin ab 2019 ein gemeinsames Haus entsteht, unter dessen Dach sich eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee befinden, genannt House-of-One. Ein Haus des Gebets und in der disziplinären Lehre. Ein Haus der Begegnung, für ein Kennenlernen und einen Austausch unter Menschen unterschiedlicher Religionen. Ein Haus auch für die, die den Religionen fernstehen.

Seit einigen Monaten gibt es eine Reihe von Institutionen, wie zum Beispiel den „Lions Club Berlin Alexanderplatz“ oder den „Verband Engagierte Zivilgesellschaft in Nordrhein-Westfalen e.V.“, die dieses Projekt unterstützen. Dazu zählen ebenso die so genannte „Sonnenlicht Initiative“ aus Brühl wie auch die „Gesellschaft für Dialog“ aus Baden-Württemberg. Am 9. November 2018 wurde über die Berliner Jüdin Hildegard Rosenthal gesagt: Wir gedenken Hildegard Rosenthal und der 6 Millionen Männer, Frauen und Kinder, die ermordet wurden, nur weil sie Juden waren, wie es der Rabbiner Andreas Nachama am 9. November des 80. Jahrestages der Kristallnacht in Berlin gesagt hat. Unter dem Motto „Unteilbar“ haben Juden, Muslime und Christen gemeinsam den Art. 4 des Grundgesetzes zur Religionsfreiheit in Berlin verlesen. Es hieß: Wir tragen alle gemeinsam die Verantwortung für das friedliche Miteinander.

Wie wird die Idee des Houses-of-One und sein Engagement gewürdigt?

Mit dem House-of-One soll ein von den Religionsgemeinschaften selbst verantworteter neuer Ort entstehen, der durch seine ganz neuartige Architektur eine eigene Atmosphäre schafft, in der das Zusammensein von Juden, Christen und Muslimen friedfertig und unvoreingenommen gelebt und durchdacht wird. Dieses Ziel leuchtet fast allen, die davon hören, sofort ein; ja viele, denen wir davon erzählen, fragen uns, warum bisher noch niemand auf diese im guten Sinne einfache Idee gekommen ist. Solche Reaktionen zeigen uns, dass man mit dem House-of-One einen Nerv getroffen hat und auf einer breiten Basis eine Notwendigkeit für das House-of-One gesehen wird.

Es geht weder um eine Einheitsreligion noch um die Suche nach einem kleinsten gemeinsamen Nenner, sei es in theologischer oder ethischer Hinsicht. Die Architektur des Hauses macht das Konzept deutlich: In getrennten Sakralräumen geht es um eine zeitgemäße Wahrung und Pflege der Identität der eigenen Religion, die jedoch in der Hinwendung zur jeweils anderen Religionen und zur Gesellschaft eine Perspektive auf das Eigene gewinnt, die als Vertiefung und Bereicherung erfahrbar wird.

Die Grundsteinlegung für das House-of-One wird am 14. April 2020 sein.

„Das ist ein wichtiger Schritt hin zur baulichen Vollendung unseres interreligiösen Friedensprojekts“, hat Rabbiner Andreas Nachama, Vorsitzender des Stiftungsrats und Präsidiumsmitglied im House-of-One, am Mittwoch auf Finissage gesagt. „Seit mehreren Jahren sind wir bereits aktiv im interreligiösen Dialog und tragen – Juden, Christen und Muslime gemeinsam – in unserer täglichen Arbeit in der Stiftung House-of-One immer wieder aufs Neue unseren Beitrag zu mehr Verständnis, Toleranz und Miteinander in unserer Gesellschaft bei.“

Oder in den Worten Gerry Woops, des Europastaatssekretärs von Berlin: „Das House-of-One repräsentiert die Vielfalt der Stadt, eine Vielfalt, die es auch künftig in Berlin zu wahren gilt.“

Das House-of-One wird ein Bet- und Lehrhaus sein. Ein Haus des Gebets der drei Religionen in ihren Sakralräumen, im Bewusstsein freilich, dass der öffentliche und viel besuchte Ort des Hauses im Zentrum Berlins es erfordern wird, Formen zu finden, die den Neugierigen, Interessierten und Skeptischen den Charakter der Religionen neu nahezubringen vermögen. Vor allem mit dem großen gemeinsamen Zentralraum wird das House-of-One desweiteren ein Haus der Lehre im weitesten Sinne sein: als Haus der Begegnung der Religionen untereinander, gleichermaßen der Begegnung mit der Gesellschaft – durch Vorträge, Feste und Ausstellungen, durch Lesungen, Konzerte und Workshops – ein Labor der Einübung von Verstehen und Respekt.

Gebetsanliegen, die von ihnen geäußert werden, werden Teil der liturgischen Feiern der drei Religionsgemeinschaften sein und Zeugnis ablegen von der weltweiten Gemeinschaft innerhalb der drei Religionen. Schließlich ist es in besonderes Anliegen, mit Initiativen und einzelnen Personen, denen die friedliche Verständigung unter den Religionen am Herzen liegt, eine länderumspannende Gemeinschaft des Austauschs zu bilden, einander kennenzulernen, zuzuhören und, wo nötig, einander zu helfen.

Es gab folgende Frage: Ist es überhaupt religiös erlaubt, dass die drei verschiedenen Religionen zusammenkommen?

Im House-of-One wird es drei verschiedene Gebetsräume geben, die es erlauben, dass Gläubige der unterschiedlichen Religionen sich zurückziehen und nach ihrer je eigenen Tradition beten können. Die Idee ist nicht die einer Vermischung der Religionen, sondern das Gegenteil: einander aufgeschlossen und in Würde zu begegnen.

Dass im House-of-One neben den drei Sakralräumen in der Mitte ein großer Leerraum als Zentralraum der Begegnung sein wird, macht deutlich, dass es um weit mehr geht als um ein interreligiöses Gespräch „unter Ausschluss Dritter“.

Akteure aus Kultur, Wissenschaft und Politik, Akteure aus anderen Religionen, und gerade auch diejenigen, denen die Religionen fremd und fern sind – sie sind herzlich eingeladen, den Zentralraum mit Leben zu füllen und in ein fruchtbares Gespräch mit den drei Religionen einzutreten. Der Standort des Houses-of-One in Berlin-Mitte in unmittelbarer Nachbarschaft vom Humboldtforum im wiedererrichteten Berliner Schloss und zu den kulturellen und politischen Einrichtungen der Stadt und des Landes bilden ein faszinierendes Umfeld für solche offenen und ausstrahlenden Gesprächskonstellationen.

Warum zeigen wir hier einige Informationen über das House-of-One, das zur Zeit in Berlin gebaut wird? Christliche Wissenschaftler legen Wert darauf, überall aufmerksam und ehrlich Gott als das eine Gemüt zu sehen, umfassend für das Gute einzutreten und immer voller Respekt Gottes Liebe auszudrücken. Entscheidend ist die demütige und aufbauende Haltung eines jeden Gläubigen, die im Gebet und im Tun die Einheit Gottes mit allen Menschen pflegt und im eigenen Denken nur das akzeptiert, was auch im Gebet des Herrn so heißt: „Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“

Teile des Textes sind der Website www.house-of-one.org entnommen.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei